Historisches

vom ehemaligen Fährgasthof von Adolf Schulz

  • Adolf Schulz (Schultze), Gastwirtschaft und Fährbetrieb, Ansichtskarte Nr.2, etwa um 1925, (Elbe bei Hochwasser, Fähranleger und Gasthof, Gefallenen-Denkmal, Dorfkirche)
    Adolf Schulz (Schultze), Gastwirtschaft und Fährbetrieb
    Ansichtskarte Nr.2, etwa um 1925, (Elbe bei Hochwasser, Fähranleger und Gasthof, Gefallenen-Denkmal, Dorfkirche)
  • Adolf Schulz (Schultze), Gastwirtschaft und Fährbetrieb, Ansichtkarte Nr. 1, etwa um 1925
    Adolf Schulz (Schultze), Gastwirtschaft und Fährbetrieb
    Ansichtkarte Nr. 1, etwa um 1925
  • Rechnung von der Rum, Sprit und Liqueur-Fabrik Albert Porath aus Wittenberge, an den Gastwirt Adolf Schulz in Wahrenberg, von 1898
    Rechnung von der Rum, Sprit und Liqueur-Fabrik Albert Porath aus Wittenberge
    an den Gastwirt Adolf Schulz in Wahrenberg, von 1898
  • Feldschloss-Brauerei Karl Gussen, Wittenberge, Bierdeckel, um 1920
    Feldschloss-Brauerei Karl Gussen, Wittenberge
    Bierdeckel, um 1920
  • Bierbrauerei Viereck & Lademann, Wittenberge, Bierdeckel, etwa 1920, (mit altem Stadtwappen von Wittenberge wie es etwa bis 1920 in Gebrauch war)
    Bierbrauerei Viereck & Lademann, Wittenberge
    Bierdeckel, etwa 1920, (mit altem Stadtwappen von Wittenberge wie es etwa bis 1920 in Gebrauch war)
  • Bierbrauerei Viereck & Lademann, Wittenberge, Bierdeckel, etwa 1920
    Bierbrauerei Viereck & Lademann, Wittenberge
    Bierdeckel, etwa 1920
  • Grabower Bier, Eugen Lange, Breslau, Bierdeckel, etwa um 1930
    Grabower Bier, Eugen Lange, Breslau
    Bierdeckel, etwa um 1930
  • Hansa Brauerei AG, Stendal, Bierdeckel, um 1920
    Hansa Brauerei AG, Stendal
    Bierdeckel, um 1920
  • Schlossbrauerei, Schlossquell Dessow, Das deutsche Pilsner, Bierdeckel, etwa um 1920
    Schlossbrauerei, Schlossquell Dessow, Das deutsche Pilsner
    Bierdeckel, etwa um 1920
  • Actien-Brauerei Gustav Horn & Co., Neustadt-Magdeburg und Wittenberge, vomals A. H. Werneck, Bierdeckel, etwa 1920
    Actien-Brauerei Gustav Horn & Co., Neustadt-Magdeburg und Wittenberge, vomals A. H. Werneck
    Bierdeckel, etwa 1920
  • Patzenhofer Brauerei Berlin, Spandau, Fürstenwalde, Bierdeckel. etwa um 1920
    Patzenhofer Brauerei Berlin, Spandau, Fürstenwalde
    Bierdeckel. etwa um 1920
  • Bergschloss Brauerei Salzwedel, Der Soltmann, Dein Bier!, Bierdeckel, DDR Zeit
    Bergschloss Brauerei Salzwedel, Der Soltmann, Dein Bier!
    Bierdeckel, DDR Zeit

Auf den Postkarten vom Fährgasthof aus den 1920er Jahren wird Name "Adolf Schultze" geschrieben. Auf allen historischen Rechnungen und Briefen ist der Name Adolf Schulz zu lesen.

Eine Fährstelle ist in Wahrenberg schon seit 1750 bekannt. Von 1865 wurde sie von der Fährmannsfamilie Schulz/Fredrich geführt und 1960 zu DDR-Zeiten verstaatlicht. 1985 wurde mit dem Ruhestand des letzten Fährmanns Herrn Fuhrmann der Betrieb eingestellt.

Ein interessantes Fundstück ist diese Preisliste für die Fährstelle Wahrenberg die im preußischen Amtsblatt von Magdeburg 1839 erschienen ist.

Transkript
Amtsblatt der königlichen Regierung zu Magdeburg Nr.12, Magdeburg, den 23. März 1839

Bekanntmachung der königlichen Regierung.

Des Königs Majestät haben mittelst allerhöchster Kabinetsoder vom 29. Januar des Jahres den nachstehenden Tarif für die Erhebung des Überfahrtsgeldes bei der Elb-Fähranstalt zu Wahrenberg, unter Vorbehalt einer Revision von 10 zu 10 Jahren zu genehmigen geruht, was hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird.

Königliche Regierung, Abteilung des Inneren.

Tarif, nach welchem das Überfahrtsgeld bei der Elbfähre zu Wahrenberg zu erheben ist.

Es wird entrichtet für das Übersetzen
I. Von Personen einschließlich dessen, was sie tragen,
a) wenn die gewöhnlihce Überfahrt abgewartet wird, für jede Person 6 Pfennig
b) für eine besondere unverzügliche Überfahrt mittels eines Kahns, welches auf Verlangen geschehen muß, wird von den übersetzenden Personen zusammen wenigstens 2 Groschen entrichtet, wenn die Abgabe nach dem Satz zu a) nicht von den Einzelnen erhoben mehr beträt.

Personen, welche zu einem Fuhrwerk, oder als Treiber, Reiter oder Führer von Tieren gehören, wofür die Abgabe nach den Sätzen II. und III. entrichtet wird, sind frei.

II. Von Tieren,
a) für ein Pferd oder ein Maulesel 2 Groschen
b) für ein Stück Rindvieh oder einen Esel 1 Groschen und 6 Pfennig
c) für ein Fohlen, Kalb, Schaaf, Schwein, eine Ziege oder ein anderes kleines Vieh, welches geführt oder getreiben wird 6 Pfennig
d) für Federvieh, welches getrieben wird, für je 10 Stück 6 Pfennig

Wenn Federvieh in geringerer Zahl, als 10 Stück, oder auf einem Fuhrwerk, oder in einem Tragekorb übergesetzt wird, so wird dafür keine besondere Abgabe erhoben.

III. Von Fuhrwerken, neben der Abgabe für das Gespann zu II.
a) für ein belandenes 4 Groschen
b) für ein unbeladenes 2 Groschen
c) für einen Handwagen, Handfschlitten, Handkarren, beladen oder unbeladen 6 Pfennig.

IV. Von unverladenen Gegenständen wird die Abgabe erhoben, welche die Personen, das Fuhrwerk und die Tiere betreffen würde, wodurch sie zur Fährstelle gebracht worden sind.

Allgemeine Bestimmungen.

Die obigen Sätze sind bei jedem Wasserstand, ohne Rücksicht auf dessen Höhe, zu entrichten. Bei vorhandener Eisbahn dagegen, für deren gehörigen Zustand von der Hebestelle zu sorgen ist, wird nur die Hälfte der obigen Sätze bezahlt.

Befreiungen

1) Equipagen (Kutschen) und Tiere, welche den Hofhaltungen des königliches Hauses, ingleichen den königl. Gestüten angehören;
2) kommandierte Militärs, einberufene Rekruten, Fuhrwerke und Tiere, welche der Armee oder den Truppen auf dem Marsch angehören, Kriegs-Vorspann- und Kreigslieferungs-Fuhren;
3) Öffentliche Beamte und deren Fuhrwerke und Tiere bei Dienstreisen, wenn sie sich durch Freikarten deshalb gehörig legitimieren;
4) Transporte, die für unmittelbare Rechnung des Staats geschehen;
5) Ordinaire Posten, einschließlich der Schnell-, Kariol- Reit- und Fußboten-Posten, nebst Beiwagen, ingleich die öffentlichen Kuriere und Estasetten (Staffeln) und die von allen Postbeförderungen leer zurückkehrenden Wagen und Pferde;
6) Hilfsführen bei Feuersbrünsten und ähnlichen Notständen.

Berlin, den 8. Dezember 1838.

gezeichnet Friedrich Wilhelm

* * *

Anmerkung: Das damalige Währungssystem war in Preußen der Taler zu 24 Groschen. Der Groschen zu 12 Pfennigen bzw. der Taler zu 288 Pfennig. 6 Pfennig wurden auch als halbe Groschen gezählt. Erst ende 1875 wurde die Mark zu 100 Pfennig in ganz Deutschland als Zahlungsmittel eingeführt. Ein alter preußischer Taler entsprach 3 Mark. Das typische Übersatzentgeld von 6 Pfennig alt entsprach 6,25 Pfennig neu und 2 Groschen alt entsprachen 25 Pfennig neu. Warscheinlich sind die Preise im 10 Jahresrhythmus leicht erhöht worden.

Um den Geldwert in heutiger Kaufkraft zu ermessen sind hier einige Lebenmittelpreise um 1900 gelistet:

  • 1 kg Schweinefleisch: 1 Mark, 50 Pfennig
  • 1 kg Butter: 1 Mark, 86 Pfennig
  • 1 kg Roggenbrot: 23 Pfennig
  • 1 l Milch: 20 Pfennig
  • 1 l Bier: 24 Pfennig

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